
Kunst trifft Lyrik
Sprache ist Begegnung
Schon in der Grundschule begegnete mir Poesie: Meine Kunstlehrerin schrieb selbst Gedichte. Ihre Worte waren für mich wie kleine Bilder – sie zeigten mir, dass Sprache und Kunst untrennbar miteinander verwoben sind.
Vor ein paar Jahren lernte ich die Künstlerin Veronika Fraile kennen. Ihre Bilder berühren mich jedes Mal aufs Neue. Sie malt Frauenporträts, die sie „Prinzessinnen“ nennt, und versieht sie mit Symbolen wie Granatapfel, Boot, Buch oder Muschel – Zeichen, die aus unserer kollektiven Wahrnehmung Erinnerungen, Assoziationen und verborgene Bedeutungen in mir wecken.
Im Gespräch mit Veronika schätze ich besonders den Austausch über das Weibliche. Irgendwann entstand die Idee, dass ich Gedichte zu ihren Bildern schreibe – so entwickelte sich ein wunderbarer, lebendiger Dialog. Veronika und ich sprechen nicht über Frauen, wir sprechen mit ihnen: In Farbe und Klang.
Genauso wie ich das alte Gedichtband meines Stiefopas hüte, steht auch ein Buch meiner Kunstlehrerin in meinem Regal – mit einer persönlichen Widmung. Es erinnert mich daran, wie früh Sprache und Kunst für mich zueinander gefunden haben.
Jedes Bild wird so zu einem Ort, an dem Sprache, Bild und Bedeutung miteinander in Beziehung treten – ein Raum, den ich mit meinen Gedichten erkunde.



